Seit fast zwei Monaten grübel ich über ein bestimmtes Thema: L E B E N S T R Ä U M E
Angefangen hat es mit einem Gespräch mit, ich nenne sie mal Miss Unbekannt:
Ich: Was würdest du tun, wenn du im Lotto gewonnen hättest?
Miss Unbekannt: Eine kleine Hütte in den Bergen kaufen.
Ich: Eine kleine? Kein großes Haus?
Miss Unbekannt: Nein. Nur eine kleine. Aber mit großem Garten.
Ich: Und dann?
Miss Unbekannt: Dann würde ich mein eigenes Gemüse anbauen. Und ganz viele Blumen. Vielleicht würde ich sogar einen kleinen Laden aufmachen und selbstgebundene Blumensträuße verkaufen.
Das Gespräch endete mit einem Seufzen. »Aber vom Träumen kann man nicht leben.«
Seitdem bin ich auf der Suche nach Antworten.
Darf ich träumen? Soll ich vielleicht sogar träumen? Verpasse ich die Realität, wenn ich meinen Träumen hinter herjage – und was, wenn ich scheitere?
Mit meinen Gedanken bin ich noch nicht sehr weit gekommen. Vielleicht auch deshalb: Habe ich als Kind meine Träume geäußert, wurde ich belächelt. »Mach etwas Richtiges«, »du musst ja Geld verdienen.«
Gebe ich als Erwachsene »Lebensträume« bei Google ein, stoße ich auf unzählige Ratgeber: »Wie du deinen Traum verwirklichen kannst.«
Ja was nun? Soll ich doch träumen – aber bitte nur in Maßen?
Ich bin zu dem Schluss gekommen, Träume als eine Art Kompass zu sehen. Sie geben uns eine Wegrichtung vor. Als würden wir am Anfang einer großen Reise stehen, und ohne einen Traum nicht wissen, in welche Himmelsrichtung wir reisen wollen. Der Traum sagt mir in welche Richtung, zum Beispiel Süden. Ich werde nie »Im Süden« ankommen, denn die Erde ist rund. Aber ich gehe los und jeder Schritt in die richtige Richtung fühlt sich gut an. Vielleicht verändert sich der Traum eines Tages. Nicht mehr »in den Süden«, sondern zu »Kapstadt«. Und dann habe ich ein Ziel, das ich erreichen kann. Aber um das Erreichen geht es gar nicht. Es geht um die Reise dahin. Die Motivation, die ich mit jedem Schritt verspüre, den Sinn den ich in jeder Hürde sehe, den Mut weiterzumachen, auch wenn es schwer ist.
Vielleicht werde ich mein ganzes Leben meinem Traum, vom Schreiben leben zu können, hinterher jagen. Vielleicht werde ich am Ende stehen und erkennen, dass ich es nicht geschafft habe. Aber das ist okay. Weil ich jeden Schritt bis dahin mit Sinn gefüllt habe.